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Porto Santo: Ideal für den rummelfreien Boxenstopp

Von Madeira aus ist es nur ein 15 Minuten Luftsprung: Wer einsamen Traumstrand mit Sonnengarantie sucht, muss nicht rund um den Erdball jetten – die Südsee Europas beginnt gleich hinter Lissabon.

Madeira ist eine sturmerprobte, große alte Dame des Tourismus. Trutzig wie eine Burg hockt das Eiland im Atlantik, der Küste Nordafrikas vorgelagert, obwohl es zu Portugal zählt. Zuerst reisten die Engländer her, angelockt vom milden Klima, exotischer Pflanzenpracht und einer Kulisse mit Traumgipfeln bis zu 1.862 Metern. Sir Winston Churchill kam, blieb und schuf hier eine Reihe hinreißender Ölgemälde.

Heute landen, nach rund vier Stunden Flug, viele deutsche Charterjets auf dem abenteuerlich von Stelzen überm Meer getragenen Airport. Auf Madeira finden die Urlauber bizarre Landschaft, tauschöne Wanderwege, die charmante Hauptstadt Funchal – und süffigen Wein. Nur eins hat die Insel mit ihren schroffen Felsküsten nicht: einen anständigen Strand. Doch der liegt hier gleich um die Ecke. Was nur wenige wissen: Zum Madeira-Archipel zählt auch die kleine Nachbarinsel Porto Santo, ungefähr 45 Kilometer nordöstlich gelegen und so ziemlich in allem das Gegenteil der großen Schwester. Porto Santo ist nicht felsig-wild, sondern hügelig und karg, mit ein paar spitzbrüstigen Bergkegeln, die maximal 517 Meter ins blitzblaue Firmament ragen.

Es gibt nur einen 2.500 Einwohner zählenden Hauptort, in dem die Langeweile Mittagsschlaf hält. Doch an der Südküste hat die Insel etwas, worum sie die Madeirenser glühend beneiden: einen neun Kilometer langen, traumhaften Strand. Das ist ein wahrhaftiger Wunderbeach. Sein sauberer, goldgelb leuchtender Sand speichert die Sonnenstrahlen, wärmt noch abends wohlig die Füße der Strandläufer. Zudem ist er so beschaffen, dass er bei rheumatischen Erkrankungen und allerlei Wehwehchen wohltuend wirkt. Neben dem Hotel Porto Santo, dem ältesten Resort der Insel, kann man in einer kleinen Zelthalle sogar therapeutische Sandbäder nehmen.

Außerhalb der Saison verlaufen sich die Badegäste am weiten Gestade, tauchen ins türkisblaue Meer, schlürfen coole Drinks unter Strohschirmchen in kleinen Beachbars und lassen die Seele baumeln. Ein veritabler Geheimtipp, der zu den schönsten Badeparadiesen der Erde zählt. Die meisten Besucher sind betuchte Madeirenser, die hier ihr Wochenendhaus haben und die Sommermonate am Meer verbringen. Touristen kommen in der Regel als Tagesgäste, reisen morgens in zweistündiger Überfahrt mit der modernen Autofähre „Lobo Marinho“ von Madeira an, aalen sich den Tag über am Strand und fahren abends zurück. Ganz Eilige nehmen die kleine Propellermaschine, die mehrmals täglich herüberhuscht, aber doppelt so viel kostet wie das Schiff. Die Landebahn des kleinen Flughafens von Porto Santo ist kurioserweise viel länger als die von Madeira, diente der Airport doch einst der Nato als Lauschposten in Richtung Schwarzafrika.

Immer mehr Urlauber aus dem kalten Norden bleiben mittlerweile auch länger auf der kleinen Badeinsel im Atlantik. Es gibt einige gute Hotels, ein paar anständige Restaurants und Bars im Ortszentrum und am neuen Hafen. Das Motto auf der Insel heißt: Relax to the max, ruh dich aus, so viel du nur kannst. Mit anderen Worten: Kein Animations-Overkill, kein Dresscode, kein Schickimicki-Gehabe. Wer die große Geste im Urlaub liebt, der liegt hier falsch. Wer dagegen nach harter Arbeit die Batterien aufladen will, auf einsame Hügel klettern mag, gern herben Inselwein kostet und ansonsten mit sich, Strand und Wellen zufrieden sein kann, für den ist Porto Santo vielleicht das nächstgelegene Urlaubsparadies dieser Erde. Mineralhaltige Quellen an der rauen Nordküste halten kostenloses Heilwasser bereit. Im großen neuen Thalassotherapie-Centrum kann man wunderbar kuren, wenn denn der Himmel mal nicht voller Geigen hängen sollte. Kleine Kähne bieten Rundfahrten an, und wem nach ein paar Tagen Ruhe Lärm und Krach denn doch allzu sehr fehlen, der kann auf der neuen Gokart-Piste am Fährhafen mal richtig den Schumi raushängen lassen.

Ein großer Entdecker hatte übrigens schon früh eine Neigung zum kleinen Porto Santo gefasst: Zwischen 1478 und 1482 Christoph Kolumbus soll hier gelebt und die Tochter des portugiesischen Gouverneurs geheiratet haben, um so Zutritt zu „höheren Kreisen“ und damit Gelder für seine geplante Expedition zu erhalten. Merkwürdige Samen, die an Porto Santos Traumstrand gespült wurden, dienten ihm als Beweis für seine Theorie, dass es im fernen Westen einen großen Kontinent geben müsse. Ein hübsches Kolumbus-Museum hinter der Kirche erinnert daran, dass Porto Santo für kurze Zeit tatsächlich eine gewichtige Rolle in der Weltgeschichte spielte. Heute profitiert die Insel eher davon, dass die hektischen Zeitenströme sozusagen links und rechts an ihr vorbeisausen. Und gerade darin liegt der Reiz dieses Inselkleinods am Rande von Groß-Europa.

Erholung und Entspannung pur…

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