Die Welt rückt zusammen. Die Kommunikation weitet sich aus, wird schneller und schneller.
Informationen werden in Windeseile verbreitet und eingeholt, wer sich im weltweiten Web verirrt, auf den stürzt eine Informationsflut ein, die kaum mehr zu bewältigen ist. Doch während der Computer in der Lage ist, immer mehr Daten in immer kürzerer Zeit zu verarbeiten, stößt der Mensch an seine Grenzen. Auch im sozialen Bereich. Das Miteinander zerbröckelt immer mehr und die Welt der Jobs wird höchstmöglich komprimiert. Großunternehmen fusionieren, die Arbeit fokussiert sich auf wenige Entscheider-Köpfe, alle Abläufe werden optimiert, analysiert, rationalisiert.
Zwar wachsen Märkte und Kulturen zusammen. Aber die Möglichkeiten und Chancen, voneinander zu lernen werden vielfach vertan. Weil die Zeit drängt…
Wir sitzen nicht nur in einer Globalisierungsfalle, gleichzeitig steuern wir auf ein Beschleunigungsdesaster zu – den Turbokapitalismus. Dessen hauptsächliches Gefahrenpotential besteht darin, dass die Wirtschaft völlig überdreht. Unter anderem, weil die neue Zeitdimension das Denken und Fühlen der Menschen vielfach überfordert.
All das ist vergleichbar mit einer Autofahrt am Tempolimit. Jeder Stein wird zur Gefahrenquelle, wir sind nicht mehr in der Lage die nächsten einhundert Meter einzuschätzen, unsere Instinkte werden reduziert auf reines Reagieren.
Auch der Gestaltungsrahmen der Politik wird – durch den stetig zunehmenden Einfluss ökonomischen Hochdrucks – immer enger. Damit ist die Wirtschaft als Verantwortungsträger der gesellschaftlichen Entwicklung gefragt. Ihre Aufgabe kann nicht länger nur darin bestehen, den Wohlstand von wenigen zu mehren. Und es ist naiv zu glauben, dass über 20 Millionen erwerbslose Europäer irgendwann wieder in das Arbeitsleben eingegliedert werden können.
Es ist höchste Zeit, auf die Bremse zu steigen. Gangbare Alternativen müssen her und zwar baldmöglichst! Aber wo bleiben sie, die Ideen, die Konzepte und Strategien, die den Menschen – bei steigender “Personaldiät” der Unternehmen – künftig den Lebensunterhalt sichern?
Der Fortschritt ist die Verwirklichung von Ideen – Oscar Wilde
Es gibt eine wissenschaftliche Untersuchung mit der Kernfrage, an welchen Orten und Situationen denn wohl die entscheidenden Ideen am besten gedeihen. Die Antwort ist frappierend einfach und logisch zugleich: Nicht im Getümmel des Arbeitsalltags entstehen sie, nicht an den Denktischen der Strategen, auch nicht beim Indoor-Brainstorming der Kreativ-Profis. In den allermeisten Fällen entstehen sie dort, wo es keine Reizüberflutung gibt: an Orten der Entspannung.
Nur acht Prozent der Ideen, so die Untersuchungsergebnisse, entstehen am Schreibtisch während der Arbeitszeit, aber 28 Prozent in der Natur. Doch genau diese Oasen menschlicher Kreativität werden vielfach wegrationalisiert, abgeholzt, zubetoniert. Schneller Profit siegt über entspannende Zeitoasen.
Höchste Zeit, dass etwas geschieht: Lassen wir wieder zu, das unser geschäftiger Geist innehält. Geben wir unseren Gedanken die Möglichkeit zur Regeneration. Nicht nur, aber auch, damit neue Ideen und Konzepte geboren werden können. Fangen wir an, die Ideenfabrik Natur in unser Leben zu integrieren. Schaffen wir mit einfachen Schritten die Atmosphäre für Veränderungen.
- Warum nicht mit unseren Führungskräften einen Spaziergang im Wald unternehmen, anstatt Videokonferenz und Meeting im Hotel?
- Was spricht eigentlich gegen den gemeinsamen Blick auf den Wipfel eines kraftvollen Baumes?
- Und was hindert uns daran, die Meereswogen zu bewundern oder den Wind zu belauschen?
Aber wo sind wir gelandet? All das vermarkten inzwischen findige Event-Manager unter knackigen Begriffen und ebensolchen Honoraren.
Dabei steht die Natur allen offen. Kostenlos und mit ganz viel kreativen Nebenwirkungen!
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