Das Team im Team

von NWD

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Ästhetik muss sein und Geschäftsunterlagen dürfen nicht wie Kinderpost aussehen.
Doch manche Teams verzetteln sich mit internen Profilgefechten im Grafik-Wunderland. Das könnte auf Kosten von Verkauf und Sponsorship gehen.

Braucht wirklich jeder ein eigenes Teamlogo, eigene Präsentationsmappen, eigene Overheadfolien und eigenes Briefpapier? Wer sich in der Network Szene umsieht, gewinnt manchmal den Eindruck, dass offenbar jeder mit einer Organisation von mehr als 100 Geschäftspartnern sein eigenes Team kreieren will. Dazu müssen selbstverständlich neue verkaufsfördernde Mittel her: beipielsweise Flyer, Visitenkarten, Briefpapier, Werbemails und Internetseiten. Für die eigene Marketing-Strategien wird, so scheint es, auf jeden Fall noch ein flottes Logo benötigt, um das eigene Team besser von anderen abzuheben.

Aber bedenken wir: Der Tenor in der Branche ist doch eigentlich „Erfinde das Rad kein zweites Mal“.

Was bewegt also Führungskräfte, sich vom eigenen Network-Mutterschiff absetzen zu wollen?

Dass nicht immer alles gut geheißen werden kann, was andere Organisationen (sprich Sidelines) machen und promoten, kann noch nachvollzogen werden. Sich aber vom Unternehmen absetzen zu wollen, ist irgendwie grotesk. Sind nicht ausreichend Verkaufs- und Infobroschüren verfügbar? Sind sie inhaltlich ungenügend oder fehlen schlichtweg einige wichtige Informationen. Sind sie einfach nicht professionell genug gestaltet? Fehlen etwa besondere Präsentationsunterlagen oder ist der Zugang zu speziellen Marketingtools zu kompliziert und zu teuer? Diese Fragen müssen sich auch die Unternehmen stellen. Und sie sollten immer ein offenes Ohr für den Berater an der „Front“ haben, wenn sie nicht wollen das jede Führungskraft Stunden damit verbringt neue Präsentationsmappen, Flyer und Logos zu entwickeln, anstatt Produkte zu verkaufen oder neue Geschäftspartner aufzubauen.

Mal ganz was neues machen
Nichts ist schlimmer als zweihundert verschiedene Produktflyer auf dem Markt zu haben, von dem das Unternehmen aber nur seine eigenen kennt. Nicht nur, dass das unter Umständen zu rechtlichen Konsequenzen für das Unternehmen führen kann. Bei nicht professionellen Unterlagen spielt auch der Imageverlust eine nicht ganz unerhebliche Rolle. Aber woran liegt es denn, dass der Trend zum eigenen Team Design stetig wächst? Auf der einen Seite wird versucht, sich von den Sidelines oder auch Uplines abzusetzen, um ein eigenes Image aufzubauen. Andererseits wird gerne die Marktübersättigung eines Firmennamens genannt. Eventuell will man sich auch nicht auf einen Vertrieb festlegen getreu dem Motto: „Man weiß ja nie was in sechs Monaten ist.“
Häufig hört man sogar: „Wenn ich mit dem Firmenname werbe, kommt das nicht bei jedem unbedingt positiv an.“ Visitenkarten, Briefpapier, Flyer, Präsentationsfolien und CD‘s sind sicherlich sinnvoll und machen einen professionellen Eindruck bei Beratungs- und Sponsorgesprächen. Dennoch sollten diese sogenannten verkaufsfördernden Mittel nicht maßlos überbewertet werden.
Aber Achtung! Manche Firmen nutzen all das auch gerne mal als „Neben-Profitcenter“ – eine Art verkapptes Frontloading – um sich Kosten zurückzuholen. Zum Beispiel für Texter, Layouter, die Fotosession, die Druckkosten oder gar die Lagerhaltung. Und wenn auch die Berater für ein paar Produktflyer gleich richtig Euros löhnen müssen – irgendwie kann man doch die Aufbauinitiative von notleidenden Führungskräften verstehen, oder?

Das Teamdesign
Auf der anderen Seite: Schließen sich mehrere Berater zusammen und produzieren ihre eigene Flyer, werden lediglich Centbeträge je Printprodukt anfallen. Und zum dritten: Will ein Unternehmen, dass ausschließlich das firmeneigene Marketingmaterial genutzt und bestellt wird, so sollte es den Beratern eine Bestellung so einfach und günstig wie möglich machen.

Schlussbemerkung: Ob es nun Sinn macht oder nicht, die Bestellscheine der Firma am heimischen Computer grafisch aufzupeppen oder eine Overhead-Präsentation komplett neu zu entwickeln, muss jeder selbst entscheiden. Aber mal ehrlich – wie viele Produkte verkaufen sich besser, weil sie jetzt auf einem hoch aufgelösten Laserprint-Bestellschein stehen? Dass die Zeiten sich geändert haben, will wohl niemand bestreiten. Auch nicht, dass der PC vieles einfacher macht und heute vieles viel schöner gelingt als vor 10 Jahren mit der allerbesten Schreibmaschine. Dennoch ist es irgendwie wie beim telefonieren: die Gesprächseinheiten werden von Jahr zu Jahr günstiger, dafür wird aber die monatliche Rechnung höher und höher.
Ähnlich ergeht es dem fleißigen Networker, der stundenlang an der neuen Visitenkarte mit dem ausgefeilten 3-D-Design sitzt: Der vergisst dabei manchmal ganz das Wesentlichste. Nämlich, Geld zu verdienen, sprich Produkte zu verkaufen oder neue Partner zu finden.

Der Tenor ist: Erfinde das Rad kein zweites Mal…

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